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Fordern und Fördern

Das 30. Jahr der Verlagsgeschichte ist wohl das schwierigste. Nach vier Neuerscheinungen in neun Jahren ist der Spielraum für mehr abhängig von Bestellungen. Je mehr bestellt wird, desto mehr kann produziert werden. Die Ankündigung von Neuerscheinungen scheint aber eher das Gegenteil zu bewirken. Kunden verlangen Lieferbarkeit, Lieferanten verlangen Vorkasse, Investoren verlangen Umsatz. Das bedingt sich leider alles gegenseitig. Vertrieblich und technisch so gut aufgestellt wie nie zuvor bleibt der notwendige Finanzierungsschub noch aus. Damit sind die elenden Verzögerungen zuverlässiger als jede Ankündigung und gefährden nicht nur die Existenz der Verlages, sondern des Verlegers selbst.

In einer Zeit, wo Politiker mit Sondervermögen das Land ruinieren, Beamte nach immer neuen rechtlichen Begründungen suchen, warum sie Selbstständige vernichten müssen, Investoren nicht mehr in Comics oder in Deutschland investieren wollen oder sowieso nur in gemachte Nester investieren, die keine Investoren brauchen, Kriege die Weltwirtschaft beschädigen und selbst Lebensmittelgeschäfte ums Überleben kämpfen, scheint niemand mehr an Wachstum zu glauben. Je mehr gefordert wird, desto weniger wird gefördert und umgekehrt. 

Dabei sind Comics eigentlich die nachhaltigste Wachstumsbranche überhaupt. Denn es gibt keine treuere Kundschaft als Sammler. Der Comic-Sammler-Markt beweist mit seinem nachhaltig hohen und steigenden Umsatz bei relativ geringen Produktionskosten, dass er immer noch Bestand hat, der bei Verführung und Pflege auch nachwachsender Generationen immer das Potential hat, Kunden über Jahrzehnte an sich zu binden. Die Frage ist also nicht, ob man mit Comics Gewinn macht, sondern wer.

Warum Epsilon? 30 Jahre Erfahrung vom Flop bis zum Bestseller und mit Geschäftspartnern, Kunden und Konkurrenten sind mehr wert als jeder Businessplan von Startups. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind gestellt. Der Verleger hat bereits mehrfach bewiesen, dass er auch unter widrigsten Umständen, die sich niemand vorstellen kann, niemals aufgibt. Mit Bestsellern von über 4000 verkauften Exemplaren, die sich inzwischen Konkurrenten angeeignet haben, kann er nicht mehr punkten, aber mit Deckungsauflagen von 400 Exemplaren ist alles möglich und mit den bereits lizensierten Titeln für dieses Jahr ist die Umsatzprognose so positiv, dass der Verlag vom Staat als nicht mehr hilfsbedürftig eingestuft wird. 

Jeder Tag ist ein Wahltag. Wer mehr Comics will, mehr Abenteuer, mehr Humor, mehr Erotik, der kann hier bis zu ein neues Album pro Woche bekommen, wenn die Finanzierung steht. Wer einen Verleger will, der nicht nur sein ganzes Leben den Comics gewidmet, sondern wirklich alles dafür geopfert hat und trotzdem oder gerade deswegen weiterhin motiviert ist, mehr zu schaffen, damit nicht alles umsonst war und alles gut wird, der ist hier richtig. Wer über die Nische hinaus wachsen will, was kein anderer Verlag über Jahrzehnte auch nur in Erwägung zu ziehen schien, der stößt hier auf offene Ohren. 

Von jeder einfachen Bestellung aus über 500 lieferbaren Produkten über Bürgschaft, Darlehen, Genussschein oder Spende gibt es viele Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Etwaige Ansprüche aus früheren Beteiligungen werden dabei natürlich mit berücksichtigt. Jeder kann, niemand muss. Am Ende ist alles nur eine Frage von Leben oder Tod und jede helfende Hand ist besser als eine Faust ins Gesicht.