1. Warum ist dieser Abend anders als andere Abende?

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Szenario: Joann Sfar, Zeichnungen: Emmanuel Guibert
48 Seiten, SC, 29,5 x 21,5 cm, vf, Altersempfehlung: ab 12
ISBN 978-3-932578-42-7
Verkaufspreis10,00 €
Beschreibung

Wir befinden uns in Jerusalem zur Zeit Christi. Gamaliel, ein 10jähriger Junge, und sein Vater Yaacov wollen im Tempel zum Passahfest einen Bock opfern. Aber selbst dort gibt es abzockende Beamte, mit denen Yaacov sich anlegt. Es kommt zum Aufruhr, in Folge dessen Vater und Sohn getrennt werden. Gamaliel flieht mit zwei römischen Deserteuren aus der Stadt. Doch auch dort, unter den Olivenbäumen von Judäa, warten einschneidende Erlebnisse...



Zeichner Emmanuel Guibert und Szenarist Joann Sfar haben mit SCHWARZE OLIVEN eine Serie geschaffen, die das Zeug zum Comic-Klassiker hat. Joann Sfar präsentiert mit dieser Reise eines jüdischen Kindes eine spannende Erzählung aus einer entscheidenden Periode unserer Geschichte und setzt sich kritisch, witzig und frech mit Glaubensgrundsätzen auseinander. Die Zeichnungen von Emmanuel Guibert sind äußerst virtuos, aber doch zurückhaltend. Sie unterstreichen die Erzählung auf eindrucksvolle Weise.

Passend zum heiligen Abend versinke ich mal schnell in die Zeit vor ca. 2000 Jahren ins alte Jerusalem. Da gibt es Juden, Römer und sogar Gallier, die desertieren, um sich einer religiösen Sekte anzuschliessen. Bin mal sehr gespannt, wie es weitergeht!
(comicforum)

Ich bin ein gläubiger Mensch, aber Kirche ist nichts für mich. Die verschiedenen Versuche, mir Kirche über Comics nahe zu bringen, sind alle gescheitert. Am „lustigsten“ war da noch ein Comic einer Sekte, die mit einer nackten Frau am Kreuz mit einem Kreuz zwischen den Beinen „Do You Want To Be Screwd By Him“ für Mitglieder warb. Bibelgeschichten in Comicform machen mich einfach a priori vorsichtig. Aber so kann man sich täuschen, denn dieses Comic ist nicht das was es zu sein scheint.
Es beginnt vertraut. Ein Vater mit seinem Sohn in der Wüste auf einer Pilgerfahrt. Sie unterhalten sich über Glauben, und der auf der Album-Rückseite abgedruckte Dialog macht nachdenklich. „Papa“ „Hm“ „Wenn Gott dir befehlen würde einen Hügel zu erklimmen und mich zu opfern, wie er es mit Abraham getan hat ...“ „Ja?“ „Würdest Du gehorchen?“ „Natürlich.“. Die großen Augen des Jungen sprechen Bände.
Die ersten acht Seiten der Geschichte lassen auf eine weitere „Bibel als Comic“ Umsetzung schließen. Die Zeichnungen sind einfach, fast dilettantisch, und die Texte fast philosophisch. Der philosophische Ansatz wird bleiben, aber die Sprache wird lebendiger, die Inhalte werden das Klerikale weit hinter sich lassen und einem der überraschensten Comics des Jahres Platz machen.
Der Vater trifft auf die kirchliche Bürokratie und kann sie weder verstehen noch tollerieren. Es kommt zum Konflikt. Vater und Sohn werden getrennt. Mitten drin sind zwei Legionäre. gallische Söldner die desertieren. Eine Wiederstandskämpferin, ein verlassenes Kind, zwei Desserteure – eine seltsame Gemeinschaft. Sie finden Unterschlupf bei Zeloten.
Dann wird es wieder sehr kirchlich. Der Junge zitiert religiöse Texte während sich die frisch zwangsbeschnittenen Gallier über ihre unsichere Zukunft Gedanken machen.
„Schwarze Oliven“ balanciert federleicht zwischen biblischer Thematik, solider Gesellschaftskritik und moderner Selbstreflektion. Ebenso vielfältig ist die Sprache: Religiöse Weichspülerei, Alltagssprache und derbe Witze geben dem Comic eine sehr spezielle Note.
Durchblättern nützt bei diesem Album nichts. Die Zeichnungen führen den Leser eher in eine falsche Richtung, wenn er so versucht, diesen Comic einzuordnen.
Für wen ist dieses Comic etwas? Grafisch bewegt es sich zwischen einem schnellen Moebius und einem groben Trondheim, erzählerisch ist es solide - nur der Inhalt kann verblüffen und tut es auch immer wieder. Wer sich gerne mal in unbekanntes Gewässer begeben will ist hier vollkommen richtig. Neue Perspektiven, enttäuschte Vorurteile und neue Gedanken gehören zu den seltensten Geschenken, die man erhalten kann. Ausprobieren!
(parnass.scram)

Hervorragend erzählt, ohne erhobenen Zeigefinger und weit entfernt von jenem Anspruch, wie wir ihn etwa aus Die Bibel im Bild kennen. Eher beiläufig erfährt der Leser etwas über den Ursprung des Passahfestes oder über die Heiratsbräuche des Volkes Israel. Wäre es an einigen Stellen nicht derber als vielleicht nötig - es könnte zur Pflichtlektüre in Schulen und Konfirmandengruppen werden.
(Die Sprechblase)

Die Bilder sind großformatig (ebenso das Lettering!) und erscheinen manchmal etwas grob, was allerdings nur der erste Eindruck ist. Dann weiß der Band zu fesseln und die verschiedenen Handlungsfäden werden geschickt vorangetrieben. Man ist gespannt, wie es in Band 2 weitergeht.
(Aschaffenburger Stadtmagazin)

Joann Sfar wurde als bester internationaler Szenarist mit dem Max-und-Moritz Preis der Jury des 11. Comic Salons in Erlangen ausgezeichnet.

Schwarze Oliven zeigt auf unterhaltsame Weise die heitere Seite des Judentums. Der religiös-historischem Comic gibt ganz nebenbei auch Eindrücke vom Alltag aus dem Jerusalem aus der Zeit um Christi Geburt und macht so auf spielerische Art Geschichte lebendig.
(splashcomics)

Der Zeichner Emmanuel Guibert („Der Fotograf“) und der Autor Joann Sfar („Klezmer“) zeigen in ihrem unterhaltsamen religiös-historischem Comic ein ungeschminktes Bild im Jerusalem aus der Zeit um Christi Geburt.
(PPM)

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