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Christoph Pirker 48 Seiten, HC, 29,7 x 22,6 cm, vf, Altersempfehlung: ab 8 ISBN 978-3-86693-158-9
12,50 €
Szenario: Stephen Desberg, Zeichnungen: Henri Reculé 48 Seiten, SC, 30 x 22 cm, vf, Altersempfehlung: ab 16 ISBN 978-3-937898-12-4
10,00 €
Szenario: Daniel Bekowies, Zeichnungen: Sabine Weiss 48 Seiten, HC, 29,7 x 22,6 cm, vf, Altersempfehlung: ab 12 ISBN 978-3-86693-090-2
12,50 €
Personen: Kermes, Szenario und Skizzen: LI Ming Zeichnungen und Kolorierung: Pocket Chocolate 164 Seiten, SC, 21 x 14,5 cm, vf, Altersempfehlung: ab 12 ISBN 978-3-86693-003-2
10,00 €
Henk Kuijpers 20 Seiten, Heft, Inhalt s/w, Umlaufcover vf., Sprache: Niederländisch
4,00 €

Ein Jubiläum jagt das nächste. Zwar erschienen die ersten Alben 1997, doch eigentlich ging es schon 1988 los mit dem EPSILON Verlag, als ein 21jähriger Möchtegern-Verleger einfach mal loslegte und ein Magazin namens COMIC AS auf die Comic-Welt loslies. Den Vorworten merkt man auch heute noch die Begeisterung des Herausgebers an, die qualitative Umsetzung zeugt aber auch von einer experimentellen Naivität, die man vorher hätte erkennen müssen. Denn auch wenn mancher vielleicht glaubt, die Zeit der Comic-Magazine wäre 1980 mit der Einstellung von ZACK beendet worden, so wurden doch in den 1980er Jahren 40 Comic-Magazine gestartet. So gab es also auch reichlich Konkurrenz. Die Bandbreite vom Fan-Magazin bis zum Profi-Magazin war allerdings groß. Eins hatten jedoch alle gemeinsam: eine relative kurze Lebenszeit. So musste auch COMIC AS nach nur drei Nummern wieder aufgeben, obwohl im Bahnhofsbuchhandel 2.311 Exemplare verkauft wurden, was für heutige Verhältnisse schon sehr viel ist. Doch nach der Nummer 3, der ersten Ausgabe im Bahnhofsbuchhandel, wurde auch schnell klar, dass vor allem das zeitliche Verhältnis von Investitionen und Ertrag nicht gut genug war, um dies nur mit Begeisterung und großen Plänen zu finanzieren. Auch die Resonanz in Form von Nach- und Vorbestellungen reichte dafür leider nicht.

So blieb dann viel Material, das sich für die Folgenummern immer mehr ansammelte, leider ungenutzt. Auch die im Magazin gestarteten Serien blieben unvollendet und sind schon lange aus dem Portfolio der Lizenzgeber verschwunden. Die Gastauftritte von Tunga, Buddy Longway, Derib und Jonathan Cartland sind bis heute exklusiv. Der Verleger wurde wieder zum Sammler, sammelte aber immer mehr Comics, die es noch nicht auf Deutsch gab und verkaufte auch niederländische Ausgaben an deutsche Fans. Denn auch im Albenmarkt bleiben viele Serien unvollendet oder sind bis heute nicht auf Deutsch erschienen. So blieb der Veröffentlichungsdrang des Möchtegern-Verlegers erhalten, der dann erst mal Verlagsherstellung studierte und 1997 mit der Albenproduktion begann, die nachhaltiger aufgebaut werden konnte.

Der Magazinmarkt erntwickelte sich derweil weiter und wurde wie der gesamte Comicmarkt immer erwachsener, entfernte sich damit aber auch immer weiter von der Jugend. 1999 kam dann ZACK wieder und erscheint auch heute noch regelmäßig jeden Monat dank des erfolgreichen MOSAIK im Rücken und einer vorsichtigen Nachhaltigkeit des Herausgebers. 2008, zwanzig Jahre nach COMIC AS, kam dann das überraschende Angebot von Martin Surmann seinen Posten des Chefredakteurs bei ZACK zu übernehmen, das es ohne COMIC AS so nie gegeben hätte. Dort durfte ich dann 18 Monate lang meine Vorstellungen von einem vielseitigen Comic-Magazin umsetzen, das sowohl Neueinsteiger wie Nostalgiker begeistern sollte. Da ich aber noch schon meinen eigenen Albenverlag hatte und gerade die ZACK Edition im Entstehen war, war die folgende Übergabe an einen exklusiven Chefredakteur von ZACK, der zuvor anderswo freigestellt wurde, unausweichlich.

Seitdem hat mich der Albenverlag wieder voll im Griff, aber auch hier gibt es reichlich Konkurrenz, sogar mehr Konkurrenz als früher, Konkurrenz, die jeden Kleinverlag dazu verpflichtet zuverlässiger zu sein, als es jeder Großverlag sein kann. Allerdings sind immer mehr Alben mit immer weniger Präsentationsfläche im Einzelhandel nicht der Weisheit letzter Schluss. Wer heute die Übersättigung im Nischenmarkt nicht sehen will, weil es noch Bestseller von anderen gibt, mit denen er wachsen kann, kann morgen schon ein böses Erwachen erleben. Einer Netflix-Generation ein Medium mit einer großen Auswahl für 15 € pro Episode andrehen zu wollen, ist sicher kein Zukunftsmodell. Mehr Comics für weniger Geld kann nur ein Magazin bieten. Wer das macht und wie das dann aussieht, wenn es nicht nur ein Nischenprodukt sein soll, wird die Zukunft zeigen.

Mehr zu den Erfahrungen als Verleger und den Konsequenzen gibt es in einem aktuellen Interview