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Ein Jubiläum jagt das nächste. Zwar erschienen die ersten Alben 1997, doch eigentlich ging es schon 1988 los mit dem EPSILON Verlag, als ein 21jähriger Möchtegern-Verleger einfach mal loslegte und ein Magazin namens COMIC AS auf die Comic-Welt loslies. Den Vorworten merkt man auch heute noch die Begeisterung des Herausgebers an, die qualitative Umsetzung zeugt aber auch von einer experimentellen Naivität, die man vorher hätte erkennen müssen. Denn auch wenn mancher vielleicht glaubt, die Zeit der Comic-Magazine wäre 1980 mit der Einstellung von ZACK beendet worden, so wurden doch in den 1980er Jahren 40 Comic-Magazine gestartet. So gab es also auch reichlich Konkurrenz. Die Bandbreite vom Fan-Magazin bis zum Profi-Magazin war allerdings groß. Eins hatten jedoch alle gemeinsam: eine relative kurze Lebenszeit. So musste auch COMIC AS nach nur drei Nummern wieder aufgeben, obwohl im Bahnhofsbuchhandel 2.311 Exemplare verkauft wurden, was für heutige Verhältnisse schon sehr viel ist. Doch nach der Nummer 3, der ersten Ausgabe im Bahnhofsbuchhandel, wurde auch schnell klar, dass vor allem das zeitliche Verhältnis von Investitionen und Ertrag nicht gut genug war, um dies nur mit Begeisterung und großen Plänen zu finanzieren. Auch die Resonanz in Form von Nach- und Vorbestellungen reichte dafür leider nicht.

So blieb dann viel Material, das sich für die Folgenummern immer mehr ansammelte, leider ungenutzt. Auch die im Magazin gestarteten Serien blieben unvollendet und sind schon lange aus dem Portfolio der Lizenzgeber verschwunden. Die Gastauftritte von Tunga, Buddy Longway, Derib und Jonathan Cartland sind bis heute exklusiv. Der Verleger wurde wieder zum Sammler, sammelte aber immer mehr Comics, die es noch nicht auf Deutsch gab und verkaufte auch niederländische Ausgaben an deutsche Fans. Denn auch im Albenmarkt bleiben viele Serien unvollendet oder sind bis heute nicht auf Deutsch erschienen. So blieb der Veröffentlichungsdrang des Möchtegern-Verlegers erhalten, der dann erst mal Verlagsherstellung studierte und 1997 mit der Albenproduktion begann, die nachhaltiger aufgebaut werden konnte.

Der Magazinmarkt erntwickelte sich derweil weiter und wurde wie der gesamte Comicmarkt immer erwachsener, entfernte sich damit aber auch immer weiter von der Jugend. 1999 kam dann ZACK wieder und erscheint auch heute noch regelmäßig jeden Monat dank des erfolgreichen MOSAIK im Rücken und einer vorsichtigen Nachhaltigkeit des Herausgebers. 2008, zwanzig Jahre nach COMIC AS, kam dann das überraschende Angebot von Martin Surmann seinen Posten des Chefredakteurs bei ZACK zu übernehmen, das es ohne COMIC AS so nie gegeben hätte. Dort durfte ich dann 18 Monate lang meine Vorstellungen von einem vielseitigen Comic-Magazin umsetzen, das sowohl Neueinsteiger wie Nostalgiker begeistern sollte. Da ich aber noch schon meinen eigenen Albenverlag hatte und gerade die ZACK Edition im Entstehen war, war die folgende Übergabe an einen exklusiven Chefredakteur von ZACK, der zuvor anderswo freigestellt wurde, unausweichlich.

Seitdem hat mich der Albenverlag wieder voll im Griff, aber auch hier gibt es reichlich Konkurrenz, sogar mehr Konkurrenz als früher, Konkurrenz, die jeden Kleinverlag dazu verpflichtet zuverlässiger zu sein, als es jeder Großverlag sein kann. Allerdings sind immer mehr Alben mit immer weniger Präsentationsfläche im Einzelhandel nicht der Weisheit letzter Schluss. Wer heute die Übersättigung im Nischenmarkt nicht sehen will, weil es noch Bestseller von anderen gibt, mit denen er wachsen kann, kann morgen schon ein böses Erwachen erleben. Einer Netflix-Generation ein Medium mit einer großen Auswahl für 15 € pro Episode andrehen zu wollen, ist sicher kein Zukunftsmodell. Mehr Comics für weniger Geld kann nur ein Magazin bieten. Wer das macht und wie das dann aussieht, wenn es nicht nur ein Nischenprodukt sein soll, wird die Zukunft zeigen.

Ein Jahr geht zu Ende, das Leben geht weiter, auch für den EPSiLON Verlag. Aufmerksamen Lesern wird nicht entgangen sein, dass die wenigen Fortsetzungen in diesem Jubiläumsjahr von anderen Verlagen stammen. Das lies sich leider nicht umgehen, da ich in diesem Jahr erstmals ohne Vertrieb dastehe, an den ich Neuerscheinungen hätte liefern können. Leider hat sich in den letzten zwei Jahren gezeigt, dass das Vertriebsmodell alles auf Kommission geschenkt zu bekommen, um dann mit den verkauften und den nicht verkauften Exemplaren Geld zu verdienen, für mich als Verlag nicht mehr tragbar ist. Denn letztlich ist es immer der Verlag, der alle Lizenz-, Herstellungs-, Werbe- und Lagerkosten tragen soll. So geht der Umsatz erst mal an alle anderen, bevor für den Verlag vielleicht irgendwann auch mal was übrig bleibt.

Um das lieferbare Programm weiterhin lieferbar zu halten, musste ich mich von einigen sogenannten Überbeständen trennen und letztlich alles übrige, nachdem manche Serien sogar bei zwei Vertrieben erst gelagert wurden und dann vernichtet werden sollten, zu mir nach Hause holen. Dieser Platz ist leider noch begrenzt und so stand 2017 der Erhalt und Verkauf der Backlist im Vordergrund, um Platz und auch Geld für Neuerscheinungen zu erwirtschaften. An dieser Stelle möchte ich allen Kunden danken, die trotz fehlender Neuerscheinungen weiterhin für einen stabilen Backlist-Umsatz gesorgt haben. Denn dies ist die Grundlage für die Existenz jedes Verlages, die weiterhin notwendig ist, um nicht nur alle Wünsche von Kunden und Projekte von Künstlern, sondern auch Forderungen von Lieferanten erfüllen zu können.

Das geht alles immer noch zu langsam. Vieles ist noch offen, was längst hätte erledigt sein sollen. Doch kleine Schritte sind besser als keine Schritte, solange man mich diese gehen lässt. Anstatt immer nur danach zu schreien doch alles an "zuverlässigere" Verlage abzugeben, die dann alles vergrößern oder verkleinern, zerstückeln oder verteuern, sollten manche Kritiker die Leistungen von Verlagen im Allgemeinen und auch meine im Speziellen vielleicht auch mal anerkennen und darüber nachdenken, ob es nicht besser ist jemandem, der am Boden liegt, die Hand zu reichen anstatt auch noch nachzutreten, ganz unabhängig davon, ob nun demjenigen ein Bein gestellt wurde oder er über seine eigene Füße gestolpert ist. Zumal gerade in jüngster Zeit offenbart wurde, dass es keinen einzigen Verlag mehr gibt, der alle seine Serien selber zuverlässig fortsetzt.

Wenn ein Verlag in Absprache mit mir und den Künstlern Serien fortsetzt, wie es 2017 geschehen ist, ich von weiteren kurzfristigen Investitionen entlastet werde und die Backlist weiter verkaufen darf und die Leser weiterlesen können, kann das eine Win-win-win-Situation sein. Nichts ist schlimmer, als wenn ein anderer Verlag Rechte bekommt und ich dann dazu gezwungen werde meine komplette teuer produzierte Backlist zu vernichten, ganz unabhängig davon, ob der neue Verlag diese dann überhaupt nachdruckt, und der dann von der Nachfrage profitiert, die ohne meine Investitionen gar nicht erst entstanden wäre.

Während viele Verlage ihre Programme für das nächste Jahr schon verkündet haben und andere sich ganz zurückziehen, ist es bei mir keine Frage des Ob, sondern nur des Wie. Die Herausforderung, nicht mit sondern für Neuscheinungen Aufmerksamkeit auf eine Backlist voller für manche noch unentdeckter, übersehener oder vergessener Perlen zu lenken ist immer noch groß. Da 2018 schon das nächste Jubiläum ansteht, ist auch die Motivation groß mehr daraus zu machen, als bisher möglich war. Fest steht nur, dass die Fortsetzungen kommen werden, so oder so. Über das Wann und Wie wird dann möglichst bald berichtet.

11. März 1997. Das erste Album im Epsilon Verlag erscheint: Franka 10 Gangsterfilm. Damit feiern wir nun 20 Jahre Epsilon Verlag. Ein Grund zum Feiern? Natürlich. Denn immerhin hat der Verlag in dieser Zeit 170 Alben und 6 Bücher produziert und 11 Titel von anderen Verlagen übernommen. Das sind im Schnitt zwar nur 9 Titel pro Jahr, aber auch das muss man erst mal schaffen. Denn der Markt ist in diesen zwanzig Jahren nicht einfacher geworden. Schon der erste Titel war ja eine Fortsetzung einer zuvor von einem Großverlag eingestellten Serie. Schon damals zeichnete sich ab, dass die Anzahl der Titel schneller wuchs als die Anzahl der Kunden. Der Einzelhandel, dessen Verkaufsflächen nicht wuchsen, musste somit sein Sortiment immer mehr selektieren. Mittlerweile finden viele Neuerscheinungen ihren Weg in den Einzelhandel nur noch über Nachfrage von Kunden. Für Verlage wird es somit immer schwieriger über Angebot Nachfrage zu erzeugen. Im Internet gibt es alles außer Laufkundschaft. Wer sucht, der findet, wer nicht sucht, stolpert kaum noch irgendwo über das reichhaltige stetig wachsende Angebot an gezeichneten Geschichten.

Es ist also an der Zeit, dieses virtuelle Angebot zu verbessern. Mehr Übersichtlichkeit und mehr Attraktivität, die über einfache Suchmaschinen hinausgehen und zum Verweilen einladen. Dann klappt das auch wieder mit der wachsenden Nachfrage, die ein wachsendes Angebot erst möglich macht. Denn egal welcher Verlag welche Serie groß gemacht hat und welcher Verlag nun davon profitiert, egal welcher Verlag wie viele Titel produziert, jeder Titel jedes Verlages ist eine kulturelle Bereicherung und auch eine respektvolle Investition. Damit sich diese Investitionen für alle rechnen, bedarf es nur etwas mehr Kooperation, die in den letzten zwanzig Jahren leider etwas gelitten hat. Vieles hätte schneller und besser laufen können, wenn man mehr miteinander als gegeneinander gearbeitet hätte. Doch egal wer mit wem oder auch alleine. Weitermachen ist das Wichtigste. Weitermachen für die Kunst, die uns letztlich alle überleben wird.

EPSiLON macht weiter, steckt immer noch voller Ideen, Projekte und Ambitionen. Denn es gibt immer noch reichlich ungehobene Schätze lebender und auch nicht mehr lebender Künstler, die es ohne EPSiLON wahrscheinlich nie geben würde. EPSiLON pflanzt Bäume der Kunst, pflegt diese, bis sie reif sind Früchte zu tragen, und vertraut darauf diese Früchte dann auch selbst ernten zu dürfen, auch wenn dieses Vertrauen in der Vergangenheit oft enttäuscht wurde. Um diese zu erreichen wird nun mehr gearbeitet und weniger angekündigt. Wann was erscheint, wird erst nach der Geburt bekannt gegeben. Dann dürfen sich alle am neuen Leben neuer Kunstwerke erfreuen, die nicht nur kurzfristig, sondern auch in weiteren Jahrzehnten immer noch begeistern. Auf dieser neuen Homepage findet ihr nun nicht mehr alles, was war, aber alles was ist und alles was wird, wenn es ist.