Epsilon Verlag Thilo Krapp
108 Seiten, SC, vf., 22 x 29 cm
ISBN 978-3-86693-048-3
Inhaltsangabe Da schau her! Damians schwuler Großonkel kam gar nicht bei einem Schiffsunglück an der Riviera ums Leben, wie immer angenommen. Noch dazu rankt sich um ihn und das Wrack eine geheimnisvolle Legende wegen einem sagenumwobenen Schatz: Dem „Grünen Jaguar“.
Damian und sein Lover Alexander reisen nach Italien, um das Geheimnis um den verschollenen Großonkel und besagten Schatz zu lüften - und geraten dabei in einen Strudel gefährlicher Abenteuer durch Männer, Magier und das Meer!
Kritiken Es ist offensichtlich, dass tilós Vorbilder franko-belgische Abenteuercomics wie Hergés "Tim & Struppi" und vor allem Henk Kuijpers "Franka" sind. An die großen Vorbilder kommt "Der Grüne Jaguar" noch nicht ganz ran, was auch viel verlangt wäre, aber für ein Erstlingswerk schlägt sich der Comic mehr als ordentlich. Die Geschichte ist flott und humorvoll erzählt und die Zeichnungen von tiló alias Thilo Krapp sind (noch) nicht perfekt, aber haben auf jeden Fall eine gehörige Portion Charme. Leichte grafische Defizite in Sachen Detailreichtum werden durch die gelungene Körpersprache und Mimik der Figuren sowie die schön atmosphärischen Tauchszenen allemal wettgemacht.
Was ebenfalls positiv auffällt, ist die Darstellung der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren. Inmitten der genretypisch hanebüchenen Geschichte um das mysteriöse Artefakt kommt die Beziehung zwischen Alex und Damian nämlich relativ authentisch und glaubwürdig daher. Und es fällt schwer, die beiden mit ihren liebenswürdigen Eigenheiten und Schwächen nicht ins Herz zu schließen.
(www.queer.de)
Thilo Krapp hat ein schwules Pärchen geschaffen, das gemäß aller abenteuerlichen Regeln, die sich heutzutage in diversen Geschichten finden, eine Berg- und Talfahrt von Anfang bis Ende mitmacht. Das Thema schwul wäre kaum weiter erwähnenswert, würde die Geschichte selbst nicht derart mit dem Thema kokettieren und eine Besonderheit daraus machen.
Eine Seefahrt ist hier nicht nur lustig, sondern macht deutlich, warum Frauen in der Seefahrt so lange ein solch schlechtes Ansehen hatten und als Unglücksbringer galten: Matrosen brauchten einfach keine Frauen. Klingt hart, doch dieser Eindruck stellt sich ein, wenn man sich manche etwas kindlich naiv erzählte Szene betrachtet. – Derlei Szenen tauchen in so gut wie jeder Liebesschnulze im Fernsehen auf, dann jedoch eher hetero- als homoorientiert. Ganz gleich, welche sexuelle Orientierung in der Erzählung vorherrscht, es sind meist bekannte Szenerien.
Komisch sind so manche Augenblicke in der Geschichte, in der Krapp seine Figuren los lässt und sie sich eher eigenständig verhalten. Krapp etabliert mit dem kleinen schüchternen Matrosen einen Running Gag . Der Matrose, fast noch ein Schiffsjunge, platzt immer im ungeeigneten Moment hinein, so lange, bis Krapp dieses Spiel auflöst und diese Momente nicht mehr heiß , sondern extrem frostig sind.
Komisch sind auch die verdutzt aufgerissenen großen Augen der beiden Hauptfiguren, die es teilweise kaum glauben können, dass sie angebaggert werden – besonders Alexander, dessen Schwarm sich plötzlich für ihn interessiert.
Abenteuerlich im besten Sinne eines Indiana Jones -Abenteuers wird es, sobald der grüne Jaguar ins Spiel kommt. Dieses Kleinod ist nicht nur alt und selten, sondern es besitzt in der Tat magische Fähigkeiten, mit denen sich Damian in höchster Lebensgefahr auseinandersetzen muss.
Die Tauchgänge lassen Bilder alter Abenteuerfilme wie Die Tiefe vor dem geistigen Auge auferstehen. Hier ist es jedoch bunter, nicht so düster und deshalb weniger bedrohlich.
Kindlich naiv erzählt bedeutet hier nicht zwangsläufig unsympathisch. Ganz im Gegenteil kann der Leser die beiden Helden Damian und Alexander immer mehr mögen lernen. Denn sie erinnern fast an eine schwule Variante von Peter und Alexander - nur der Papagei fehlt. So ist auch die grafische Umsetzung locker leicht, eher einfach zu nennen, cartoony eben. Krapp beherrscht den Umgang mit Details, wie es sich in diversen Szenen und Bildern zeigt, aber er arbeitet lieber großflächig und raumgreifend. Er bricht oft und gerne aus dem Satzspiegel aus, zuweilen wirkt es, als wolle er mit den Bildern regelrecht aus dem Blatt explodieren. Die Zeichnungen mögen einfach wirken, in ihrer Komposition zueinander – anders lässt es sich nicht beschreiben – strahlen sie Kraft aus.
Eine spaßige Geschichte, sehr unterhaltsam, schnell und kurzweilig erzählt. Wer abseits von Ralf König Geschichten mit schwulen und sehr sympathischen Helden sucht, sollte einen Blick riskieren.
(www.comicblog.de)
In bunten Farben und mit putzigen Dialogen wird diese süße Abenteuerreise erzählt. Es geht um schwule Matrosen, glutäugige Italiener, zwischendurch blitzt ein bisschen deutsche Geschichte auf und am Ende sogar ein Hauch von Magie. Wirklich nett ist das.
(MÄNNER)
zeichnerisch ausgezeichnet und vom Humor sehr subtil. Damian & Alexander ist ja wirklich allerliebst....