(gelesen im Jahr 2006) Wieder eine ganze Fülle markanter, ausdrucksstarker Gesichter, voll des Haderns, der Sorge, des inneren Schmerzes, des
ahnungsvolles Weitblicks. Diese Ästetik, zusammen mit einer durchdachten Handlung, gipfelt in einer unglaublichen Szene ehrlicher und
verständnisvoller Menschlichkeit! Mir bliebt da die Spucke weg, wie Leo auf so etwas kam. Nach Jahren fiel mir auf, ob diese Szene, bis zu Steves
Tod, sehr viel tiefsinniger ist, da sie mich plötzlich an einen Kriegsfilm erinnerte. Kim und Inge rauben Steve den unerschütterlichen Glauben an
Befehl und Gehorsam, ein weiteres Leben wird für ihn nicht mehr denkbar, somit ist sein Tod ein unbewußter Selbstmord. / Irgendwann begeisterten
mich diese Tik-tik-inns in den Höhlen auf ganz besondere Art, denn die sind ja wirklich gruselig, und wenn man sich die Bilder auf der Zunge zergehen
läßt, ist das eigentlich Science-fiction in Reinkultur, irritierend, bedrohlich, bizarr, ausweglos, hilflos verloren in den Weiten des Weltalls auf
einem fremden, gefährlichen Planeten. / Überwältigt war ich von der Rettungsaktion der Iums! Selbstlos und mit artistischer Perfektion retten diese
niedlichen und knuffigen Tiere Kim, Inge und Hector aus einer ausweglosen Situation, zum Heulen schön! Dennoch störte es mich sehr, daß Leo keine
bessere Szene des Dankes eingefügt hat: wie gerne hätte ich es gesehen, wenn Kim einen Ium umarmt hätte! Und etwas unlogisch schien mir die Szene
mit Mai Lan, wie sie prompt zur Stelle ist und sogleich weiß, was gerade passiert ist. / Noch ärgerlicher fand ich den Schluß: mit solcher Brillanz
stellt Leo die Erkenntnisfindung Kims dar, macht aber für meinen Geschmack so einen entsetzlichen Bruch, weil Kim nicht umgehend Mai Lan besänftigt
(nein, sie hat keine Dummheit gemacht) und ihr die Besonderheit des Augenblicks, von der Mantrisse auserwählt zu sein, erklärt. Fängt Leo an zu
schludern?