Leo 48 Seiten, SC, 29 x 22 cm, vf, Altersempfehlung: ab 12 ISBN 978-3-932578-95-3
Fragen aus Band 4: Kim: "Vielleicht gehören der oder diejenigen, die diese Kamera steuern, zu keiner der beiden Gruppen, die wir kennen." Hector: "Ach ja? Allerdings hat uns bisher keiner von einer dritten Gruppe oder von Einzelpersonen erzählt..." Antwort: Band 5
Leo hat ein Gespür dafür, fantastische und realistische Stilelemente zu mixen, und kann damit wirklich überzeugen. (splashcomics)
Altmodische und sehr lesenswerte Science Fiction in der Tradition von Bradbury. Für SF-Fans ohne Action-Sucht ein Muss. (parnass.scram)
Betelgeuze 5 – Der Andere schließt einen großen Kreis, der mit der fünfteiligen Reihe Aldebaran begann. Die Geschichte ist auf leise Art phantastisch, sie benötigt keine großen Knalleffekte oder wahnsinnige Action. Aldebaran und Betelgeuze bestechen durch ihre tolle Weltenbeschreibung, die zuerst der Erde nicht unähnlich ist. Je mehr der Leser allerdings in diese Welten eindringt, umso mehr Details von Fauna und Flora zeigen sich, die so gar nichts mit der Erde gemein haben. Der Trick: Was zuerst so einfach wirkt, entpuppt sich als komplexes Konstrukt mit einem lange vorher gesponnenen Faden. (Einen ähnlich dichten Faden kenne ich nur von Serien wie Babylon 5.) Autor und Zeichner Leo hat sich mit dieser insgesamt zehnbändigen Saga um die Kolonisierung des Weltraums durch die Menschheit bereits einen sehr guten Namen gemacht im literarischen Bereich der Comics... Die ruhige Erzählweise von Betelgeuze, die Neugier der Hauptpersonen, die sich auf den Leser überträgt, daraus entsteht eine unwiderstehliche Spannung. Leo setzt nicht auf Effekte, er setzt auf Größe und auf Rätsel. Die Größe zeigt sich einerseits in Form der Mantrisse, die in Betelgeuze in zwei verschiedenen Erscheinungsformen auftritt. Einerseits ist es die Optik, wie die Lebensformen sich zeigen, andererseits ist es das Erscheinen der Mantrissen, mal zart, mal gigantisch, zuweilen auch gewalttätig, primitiv, dann intellektuell haushoch überlegen. Betelgeuze 5 – Der Andere löst sehr viele Rätsel auf, zur Zufriedenheit des Lesers natürlich, aber es verbleiben auch noch Fragen – weshalb eine Folgereihe namens Antares bereits angekündigt ist. Für den Leser bedeutet dies keinen Nachteil, denn jede Reihe ist in sich abgeschlossen. Allerdings gehört diese Form der Science Fiction für mich zur süchtig machenden Variante, bei der ich einfach immer wissen möchte, wie es weitergeht. Beide Daumen rauf für ein echtes Juwel in Sachen Comic und SciFi. (comicblog)
Autor Leo gelingt mit Betelgeuze eine interessante Fortsetzung der Aldebaran-Reihe. Seine mit akribischer Präzision und Liebe zum Detail gezeichneten Figuren sind glaubwürdig, sympathisch und die Geschichte macht neugierig auf mehr. (Buchprofile)
Dieser Band bringt so viele Antworten, dass man fast Angst haben muss, hier den letzten Band in der Hand zu haben. Aber der dritte Zyklus „Antares“ ist glücklicherweise schon in Vorbereitung – es geht also weiter mit Kim und den Mantrissen. Was macht Leos Serie so interessant? Neben den fremden Welten viel menschliche Probleme, die dann aber in einer zeichnerischen Kühle gezeigt werden. So kommt man sich nicht wie ein Voyeur vor. Fans der Geschichten von Ray Bradbury werden zufrieden sein. Keine effekthascherische Action, statt dessen Science Fiction für Entdecker – also was für alle Star Trek-Fans. (Comics & mehr)
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Kundenrezensionen:
Traumwaldschrat (Dienstag, 01 März 2011)
Bewertung:
(gelesen im Jahr 2006)
Zum ersten Mal enttäuschte mich Leo, denn der Auftritt Svens gefiel mir gar nicht. Nach all den Jahren des Ärgerns fiel mir
auch etwas ein, wie ich es mir anders, prachtvoller gewünscht hätte. Wie wäre es z.B. gewesen, wenn Kim im Moment, da sie vor der Mantrisse im
Wasser schwimmt, die Angst plötzlich vergessen und mit ausgestreckter Hand sich ihr genähert hätte, bis sie sie berührt, getätschelt hätte? Die
Mantrisse hätte dies mit ihrer Flosse erwidert und wäre dann scheinbar beschämt zurückgewichen und weggeschwommen. Wieder an Land wäre Kim von
Heulkrämpfen geschüttelt und von dem Ium getröstet worden. Am nächsten Tag wäre sie zur Verwunderung der Anderen nur apatisch im Lager gehockt,
ein Ium immer neben ihr, und am übernächsten Tag hätten zwei Iums Kim zur Tentakelmantrisse mitgenommen, wo sie dann alles zur Aufklärung des
Kolonisationsunglücks und der anderen von Sven erzählten Zusammenhänge erfahrenrnhätte.
Aber Leo entschädigt mich gut, denn der Schluß ist
fantastisch: eine sichtbar erschöpfte Kim, die sich als Heldin profilieren kann, die hieb- und stichfeste Beweisführung, ein grandios unbelehrbarer
Tazio Menegaz, neben dem selbst Dixon und Donovan vernünftiger wirken, und jede Menge verständnisvolle und herzliche Menschlichkeit!
Läßt man
dann denn gesamten Zyklus Betelgeuze vor sich Revue passieren, ganz speziell die vielen, erfrischend freizügigen Bilder mit halbnackten Menschen,
fällt auf, daß die ganzen Figuren, tatsächlich oder beabsichtigt, wie wild durcheinander hoppeln, fast schon jeder mit jedem: eigentlich geht es
nur um Sex! Vor diesem Hintergrund aber finde ich den Handlungsstrang mit Sven auf einmal unglaublich passend und genial und meine Enttäuschung
wandelt sich zu Erstaunen und gespannter Erwartung, ob nicht doch in dieser Gestaltung gehäufter menschlicher Gier ein tieferer, mit pikantem,
verblüffendem Witz verfeinerter Sinn liegt?
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