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3. Das Gedächtnis des Indianers

Wohlstand
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Wohlstand

Preis pro Einheit (Stück): €12.50

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TeMeL
56 Seiten, HC, 29,7 x 22,6 cm, vf, Altersempfehlung: ab 16
ISBN 978-3-86693-095-7

Nach einer schweren Staatsinsolvenz wurde vom Staat ein neues System zur Rettung des Staates eingeführt. Fortan werden die Arbeitsleistungen der Menschen in sogenannten Leistungspunkten von der Wohlstandssicherungsbehörde (WSB) erfasst, Menschen ohne Arbeitswert für die Gesellschaft werden aufgefordert, sich in Thanatoszentren selbst zum Wohle der Gesellschaft das Leben zu nehmen. Kommen Sie dem nicht nach, können Sie durch einen implantierten Chip mit einer tödlichen Giftkapsel auch aus großer Entfernung umgebracht werden – zum Schutz der Bevölkerung.
Mirabelle Rapace leidet unter diesem System, das sich nicht für den Wert eines Menschen, sondern nur für den Wert seiner Wirtschaftskraft interessiert. In dieser Gesellschaft wird das Leben immer schwieriger und dann kommt es zur Eskalation…

Interview



Grafisch ist das Buch, wie schon erwähnt, faszinierend kräftig und vital. Der Panelaufbau ist clever und durchaus gewitzt, die inhaltliche Gestaltung selbiger zeugt von viel handwerklichem Talent, einem guten Feingefühl, einem dynamischen Auge und sehr viel Fleiß. Besonders die Ausdrucksstärke ihrer Gesichter macht vieles von der Handlung auch mit wenigen Worten sehr gut greifbar. Auch gelingt es TeMeL einige Bilder zu erschaffen, die durchaus Erinnerungswert haben und selbst bei wiederholtem Lesen wenig von ihrer einprägsamen Wucht verlieren. Wohlstand gehört damit zu den wenigen Büchern, die beim Lesen zwar durchaus Schauer auslösen, deren einzelne Bilder man aber als Großdruck an die Wand hängen will. Sei es nur um sie ästhetisch zu genießen, oder als stilles aber energisches Mahnmal.
(der-lachwitz)

Es ist keine leichte Lektüre, sie regt zum Nachdenken an und das soll sie auch. Zwar sind wir noch lange nicht bei dem beschriebenen Szenarium, allerdings in Bezug auf einen "Überwachungsstaat" schon auf einem gutem Wege dahin. Hier ein Zentralregister der Bankstammdaten, dort eine Volkszählung mit einer riesigen Datei aller Bürgerdaten, hier ein Reisepass mit Fingerabdruck, dort eine einheitliche Steuernummer. Der permanente Schrei nach der Vorratsdatenspeicherung und vieles mehr. Es wird mosaikweise dran gearbeitet, uns flächendeckend überwachen zu können.
Zeichnerisch sehr gefällig, entspricht den Erwartungen, die durch die bisher gezeigten Zeichnungen von TeMel geweckt wurden. Ist sicherlich hier und dort noch entwicklungsfähig. Wir sehen hier eine junge Dame am Anfang ihrer (hoffentlich noch langen) Zeichenkarriere.
(comicforum)

Eine Lektüre, die zum Nachdenken anregt und ein erschreckendes Bild einer reinen Leistungsgesellschaft aufzeigt.
(micomics)

Eine beklemmende Vision, die gar nicht mal so utopisch ist und man meint in der Gegenwart schon Tendenzen dafür zu erkennen. Auch deswegen nagt der Band an dem Leser und lässt einen die aktuelle Nachrichten mit anderen Augen sehen. Und welche Graphic Novel kann das schon von sich behaupten?
(splashcomics)

Packendes Zukunftsszenario im Stil von „1984“, dessen erdrückende und erschreckend realitätsnahe Story so richtig unter die Haut geht.
(dvd-magazine)


Verfügbarkeit

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Kundenrezensionen:

Traumwaldschrat  (Mittwoch, 31 Juli 2013)
Bewertung: 2
Oh weh, offenbar hat mein einstiger Lieblingscomic mir jede Fähigkeit, Comics zu lesen, zerfressen, sogar diejenigen mit explizitem
gesellschaftskritischem Inhalt. Schon allein, völlig unsinnig, die Tatsache, daß ich 54 Seiten anstatt 230 oder gar 644 als zu hopplahopp erlebe.
Doch auch inhaltlich empfinde ich die Geschichte nicht herausragend, TeMeL erzählt mir nichts neues, den wahren Wert des Menschen kenne ich schon
lange, ebenso wie die anderen menschlichen und unmenschlichen Eigenheiten wohlständischen Lebens. Deswegen und weil ich wahrscheinlich einfach schon
zu viel von dieser Welt weiß, ist "Wohlstand" für mich enttäuschend logisch, fast schon vorhersehbar. Noch enttäuschender ist für mich
die Charakterzeichnung der Hauptfigur: Das Titelbild und vor allem der Rücktitel versprachen mir eine Kämpferin bis zum bitteren Ende, dagegen
stolpert Mirabelle kopflos von einem Affekt zum nächsten, die zusätzlich trotz Totalüberwachung so seltsamig ungeahndet bleiben, bis sie
schließlich, als hysterische Furie entstellt, sich in einer erbärmlichen Situation das Ende gibt. Ich weiß nicht, wäre das nicht edler,
prachtvoller gegangen, sodaß wenigstens einmal der unschätzbar kostbare, menschliche Wert Mirabelle Rapaces brillant aus der Geschichte herausblitzt
und man so um dieses hübsche Mädchen auch heulen kann! -Aber, ja, ich weiß, das wäre nicht gegangen, denn dann wäre Mirabelle eine Heldin und die
Geschichte unüberzeugend, hätte nicht so ins Gesicht geschlagen. /Dennoch begeistere ich mich an TeMeLs Zeichenfähigkeiten, manches Bild gefällt
mir sehr gut und ihre feinsinnig bissige Tabulosigkeit in manchen Details ist echt die Wucht! /Möge die Geschichte anderen Lesern besser gefallen,
denn zweifelsohne ist sie wichtig, gerade weil TeMeL einige Aspekte einer solchen düsteren Zukunft anreißt, die aus meiner Sicht fast noch
verheerender sind als die gefährliche, übermächtige, staatlich verordnete Menschenverachtung selbst!






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